Wollvliese

Wolle ist nicht gleich Wolle. So viele Schafrassen es gibt, so viele Wollqualitäten gibt es auch. Hier liegt das besondere Augenmerk auf dem Vlies der bedrohten in Vergessenheit geratenen Haustierrassen und deren artgerechte Haltung in biologischer Landwirtschaft. Die Wolle wird bei Bauern der Region Bucklige Welt erworben und zu kardiertem Wollvlies, dem Ausgangsmaterial zum Spinnen und Filzen, weiter verarbeit. Für die Landwirte wird dadurch das Fell ihrer Schafe aufgewertet, war es doch bisher meist nur ein Abfallprodukt nach der notwendigen und teuren Schur. Da Wolle selbstreinigend ist, wird sie besonders schonend nur mit Wasser und falls nötig mit milder Schmierseife ohne Chemie gewaschen. Dadurch bleibt das für die Qualität wertvolle Wollfett (Lanolin) erhalten. Sie spüren den Unterschied! Natürlich ist das Vlies, im Gegensatz zu Wolle aus Übersee, frei von chemischen Zusätzen bzw. Pestiziden. Immer wieder gibt es auch pflanzengefärbtes Vlies und Spezialmischungen. Stöbern Sie dafür bitte im Webshop!

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Da das Fell der Brillenschafe mit 12 – 15 cm überdurchschnittlich lang ist, ist es besonders leicht zu verspinnen und kann deshalb als „Anfängerwolle“ bezeichnet werden.

 

Diese Schafherde ist durch eine Stallauflösung heimatlos geworden und hat auf dem Bio-Gnadenhof Mittermühl ein neues zu Hause gefunden. Hier haben sie auf unserer großen Weide mit Offenstall ein artgerechtes Leben. Auch ihre Wolle ist eine Vegetarierwolle, da auch sie wie unsere eigenen Brillenschafe nicht geschlachtet werden.

Es handelt sich um eine gemischte Wolle mehrer Rassen mit überwiegend guter Wollqualität. Ergebnis ist ein mittelweiches Vlies mit einer Stappellänge von 5-8 cm.

 

Das Besondere an dieser Wolle ist ihre Farbe. Meist sind Milchschafe weiß, allerdings gibt es ab und an auch schwarze Tiere. An diesen Tieren hat der Halter dieser Herde besonderen Gefallen gefunden und seine Herde speziell darauf hin gezüchtet.

Das polnische Merinoschaf wurde Ende des 18. Jahrhunderts ursprünglich aus Spanien nach Polen eingeführt. Später wurden in Hinsicht auf einer traditionellen bäuerlichen Mehrzwecknutzung noch andere Rassen, vor allem zwischen 1918 und 1939  auf Grundlage der englischen Longwool Schafen, eingekreuzt. Lange Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis 1989 war in den Osteuropäischen Ländern die Schafzucht auf Wollproduktion orientiert. Nach dem Wechsel zur Marktwirtschaft nahm die Anzahl an Schafen in Polen stark ab. Grund dafür war, dass für die Wolle kein Preis mehr erzielt werden konnte.